Gute Vorsätze

Der Kampf gegen den inneren Schweinehund

Wer kennt es nicht?

Jeden Tag nehme ich mir vor heute weniger zu essen und mich zusammen zu reißen – aber es klappt nicht. Morgens kann ich mich noch disziplinieren, aber im Verlauf des Tages gelingt immer weniger. Die Gedanken kreisen ums Essen.

Ich stelle mir vor, welch leckere Speisen ich kochen könnte. Die Gelüste werden immer größer. Verzweifelt versuche ich mich abzulenken um nicht immer daran zu denken. Doch die Essens-Gedanken sind übermächtig. Aber ich könnte auch einfach in den nächsten Supermarkt oder Feinkostladen gehen und mir die guten Dinge meiner Wahl  kaufen. Die lecker mit Schinken, Käse, Lachs und Ei belegten Brötchen beim Bäcker um die Ecke. Oder eine Leberkäsesemmel beim Metzger. Ich träume von Pizza und Wurstsemmeln, von Knödeln mit Sauce, einem Schweinebraten oder Apfelstrudel mit Vanillesauce. Die Vorstellung der Leckereien in meinem Gehirn schlagen Kapriolen. Ich sehe die Objekte meiner Begierde nicht nur plastisch vor mir, ich kann sie auch riechen und schmecken.

Das Schlimmste ist, ich muss nicht viel tun um meine Gelüste zu stillen. Ich muss nur losgehen, aber ich könnte es mir auch bringen lassen.

 

Die Tüte mit den leckeren Gummibärchen liegt in meinem Schlafzimmer. Ich muss nur gehen und sie holen.
Ich stelle mir vor wie ich die Gummibärchen in meinen Mund schiebe und sie genüsslich kaue und wie lecker sie schmecken.

Das ist tatsächlich ein Problem, denn Essen ist bei immer und überall verfügbar. Zudem ist es garnicht so teuer. Überall stehen Lebensmittel herum, hier eine Schale mit Obst, dort elegante Porzellangebilde gefüllt mit Nüssen, Pralinen und anderen Süßigkeiten. Ich muss nur zugreifen.

Am Abend ist es dann am Schlimmsten. Nach einem langen stressigen Tag mit viel Arbeit und Ärger will man sich etwas gönnen. Wenigstens ein Glas Wein oder ein Bierchen. Hat man diese Grenze erst durchbrochen, folgen ein kleines Brötchen und ein Stück Käse und dann noch ein Stück Käse, eine Scheibe Salami und so weiter. Aber damit fängt der Hunger erst an.

zur Belohnung für den glücklich gemeisterten Arbeitstag ein kühles Bier
Das wohlverdiente Bier zum Feierabend – welch eine Entspannung, welch ein Genuss.

Die Laune bessert sich, schließlich hat man einen echt stressigen Tag erfolgreich gemeistert.

Na, noch ein Gläschen Wein ist ja nicht so schlimm, man fängt an sich richtig gut zu fühlen. Und noch ein Brötchen mit etwas Schinken und da ist ist noch ein hartgekochtes Ei, das muss weg. Und so schaukelt sich das hoch. Eins kommt zum anderen. Zuletzt ist die ganze Flasche leer und auch noch die Chips und Flips vernichtet bis auf den letzten Krümel.

sich selber Gutes tun
Was helfen all die gute Vorsätze gegenüber der Versuchung?

Zum krönenden Abschluss noch eine Tafel Schokolade und endlich die Tüte Gummibärchen. Ich habe den ganzen langen Tag nur darauf gewartet sie endlich aufzumachen. Das Leben ist schön!

Aber sind gute Vorsätze nicht dazu da um sie zu brechen?